Deutschland-Premiere


BURKINA FASO/REPUBLIK KONGO


In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln


15.06.2017  19:30 Uhr  TICKETS

16.06.2017  18:30 Uhr  TICKETS


Preis: VVK 16 €/11 € (erm.), AK 21 €/13 € (erm.)


Ort: Alte Feuerwache


WENN WIR LEBEN WOLLEN

Theaterstück nach Texten von Sony Labou Tansi


Die Geschichte spielt heute hier und überall. Zwei Menschen haben irgendwo in einer Randzone für eine Weile ihr Gepäck abgestellt. Zwei Weltbürger, zwei von uns besetzen dieses zeitlose Andere: ein wenig gesprächiger Musiker und ein Abenteurer des Wortes: ein Dichter. Dabei kommuniziert die Musik mit den Worten, mit dem heimlichen Einverständnis, das die beiden verbindet. Zwischen Wut und Hoffnung, zwischen Gedicht und Beschimpfung bekundet der Redner seine Zweifel, legt die Widersprüche eines tödlichen Systems offen, ruft Emotionen und den Verstand auf, prangert an und fragt nach.

Unerbittlich und unbestechlich legt Sony Labou Tansi in seinen Texten den Finger in die Wunden einer ungerechten Weltpolitik. Mit großer Klarheit und intellektueller Schärfe stellt er die Stärke menschlicher Em-pathie und Solidarität dem toten materiellen Reichtum gegenüber.

Sony Labou Tansi ging in Brazzaville im damaligen Französisch-Kongo zur Schule. Nach dem Studium arbei-tete er als Lehrer für Englisch und Französisch und schrieb seine ersten Theaterstücke. 1979 gründete er in Brazzaville das Rocado Zulu Théàtre . Im gleichen Jahr veröffentlichte er seinen ersten Roman La Vie et de-mie, der den Prix Spécial du Festival de la Francophonie gewann. Er war zudem Träger des Grand Prix litté-raire de l’Afrique noire. In den 1990er Jahren engagierte er sich in der kongolesischen Politik und wurde 1992 zum Abgeordneten gewählt. Weil er sich gegen das Einparteiensystem aussprach, wurde er von der kongolesischen Regierung schikaniert. Sony Labou Tansi starb 1995 an den Folgen von Aids.

Nach M’appelle Mohammed Ali und Cahier d’un retour au pays natal (letzteres ebenfalls dieses Jahr zu sehen) nimmt sich der großartige Schauspieler Etienne Minoungou den Texten Sony Labou Tansis an.


Inszenierung und Bühnenbild Patrick Janvier


Künstlerische Mitarbeit Julie Peghini


Licht Rémy Brans


Adaption  Etienne Minoungou/Julie Peghini


Mit Etienne Minoungou, Simon Winsé (Ngoni, Flöte, Kalebasse, Mundbogen) und Pierre Vaiana (Saxophon)

 


Eine Koproduktion der Compagnie Falinga mit dem Récréâtrales Festival Burkina Faso, Le Théâtre le Public und Le Théâtre de Namur. Gastspiel-Produktion: La Charge du Rhinocéros.