Film-Dokumentation


10.06.2017  20:45 Uhr


Preis: AK 8.50 €


Ort: Cinenova Köln


 

 

FINDING FELA

REGIE: Alex Gibney; USA 2014; OF m. englischen Untertiteln; DCP; 119 m

Fela Kutis Vater war protestantischer Pastor und begeisterter Pianist. Seine Mutter, Funmilayo Ransome-Kuti, war eine führende Frauenrechtlerin Nigerias. Seine antikolonialistisch eingestellten Eltern hatten ihm schon als Kind einen tiefen Sinn für soziale Gerechtigkeit vermittelt. Später repräsentierte er als Sänger, Saxofonist und Bandleader die kulturelle Vielfalt seines Landes: Fela Kuti (1938-1997). 1958 zog Kuti nach London, wo er Medizin studieren sollte. Aber er schrieb sich am Trinity College of Music ein und studierte dort vier Jahre lang. 1961 gründete er seine erste Band, die Koola Lobitos. Ein zehnmonatiger Aufenthalt in den USA 1969 sollte die Geburtsstunde des Afrobeats werden. Hier lernte Fela Kuti bekannte Musiker wie James Brown und Miles Davis kennen. Noch in den USA nannte er seine Band Koola Lobitos in "Nigeria 70" um; wenige Jahre später wurde daraus - im Sinne des Panafrikanismus - "Afrika 70".

Er hat unerschrocken gegen Unterdrückung und gegen das diktatorische Militärregime seines Landes gekämpft. Und er hat alles in Kauf genommen, was passiert, wenn man sich gegen das Regime stellt. Er machte auf die Korruption der nigerianischen Regierung aufmerksam und gründete die Kommune "Kalakuta Republic" in Lagos. 1977 stürmten mehr als tausend Soldaten die Kom-mune und steckten Kutis Haus in Brand; Kutis Mutter überlebte den Anschlag nicht. Seine Texte und seine Beliebtheit waren für die Regierenden eine Bedrohung, so dass er mehrmals ins Gefängnis kam.

In Finding Fela vermittelt der Regisseur Alex Gibney unter anderem anhand von unveröffentlichten Archiv-aufnahmen einen Eindruck vom außergewöhnlichen Menschen und Musiker Fela Kuti, der sich über alle Schranken hinweggesetzt hat und dessen Erbe immer noch lebendig ist. Einige seiner Kinder sind ebenfalls Musiker, am bekanntesten ist sein Sohn Femi Kuti.