Deutschland-Premiere


BURKINA FASO/PALÄSTINA


20.06.2017  19:00 Uhr  TICKETS

21.06.2017  21:00 Uhr  TICKETS


Ort: Alte Feuerwache


Blood / Brothers

Performance von Ahmed Tobasi und Adonis Nébié

Inspiriert von der Geschichte über Kain und Abel, den ersten Kindern Adams und Evas, untersucht die Performance die Beziehung zwischen zwei Brüdern. Kain, der erste Mensch, der geboren wurde, und Abel, der erste Mensch der jemals starb. Geboren nach dem Sündenfall wurden sie in den Augen ihrer Mutter gleich erschaffen. Als sie eines Tages Gott ein Opfer darbringen, bevorzugt dieser einen der Brüder und treibt dadurch einen unwiderruflichen Keil zwischen die beiden. Blood/Brothers wurde von einem Tänzer und einem Autor kreiert, von zwei Menschen mit einzigartigen und doch ähnlich gewaltsamen Lebenserfahrungen, bei denen Diskriminierung und Ungleichheit die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft prägen: Adonis Nébié aus Burkina Faso, einem vom Kolonialismus geschändeten Land, und Ahmed Tobasi, ein Palästinenser aus dem Flüchtlingslager Jenin, der sein ganzes Leben unter der Besetzung der Israelis verbracht hat. Ihre Kräfte vereinend untersuchen sie den Bund der Brüderlichkeit, wobei sie ihre eigenen Erlebnisse mit der Geschichte Kains und Abels kombinieren. Die Grundlagen des Projekts entstanden in einem gemeinschaftlichen Prozess zwischen Nébié und Tobasi, in dem beide ihre persönlichen Erfahrungen nutzten, um eine gehaltvolle und eindringliche Performance zu erschaffen.
Blood/Brothers
wurde von dem europäischen Theater-Projekt One Space initiiert, an einem Ort, an dem Menschen verschiedener Herkunft, Nationalität und kultureller Identität zusammenarbeiten, um die unterschiedlichen Auffassungen von Land, Nation, Religion und Tradition sowie die vielen Formen der Unterdrückung und deren Auswirkung auf Familie und gesellschaftliche Solidarität zu untersuchen.

ADONIS NÉBIÉ, geboren in Burkina Faso, ist bekannt als energetischer, schneller und fließender Tänzer. Er war Hauptdarsteller in den Stücken des berühmten Souleymane Porgo, bis zu dessen tragischen Tod im Jahre 2006. Seit 2004 wurde er von der Choreografin Irène Tassembedo trainiert. In ihrem Ensemble nahm er an den Stücken Souffles, Carmen, Sacre  du Tempo und Allah Garibou teil. Er gastierte bei den größten europäischen und afrikanischen Festivals und Theatern und arbeitet(e) mit Choreografen wie Salia Sanou, Seydou Boro, Vincent Montsoe, Opiyo Okach, Gregory Makoma, Wim Vandekeybus, Nora Chipaumire, Patrick Acogny und Germaine Acogny sowie seit 2011 mit Serge-Aimé Coulibaly, Vera Sander, Nathalie Veuillet und Kalpana Raghuraman. Mit Sigue Sabyouba und Kafando Idrissa rief er die Compagnie Teguerer Danse ins Leben und kreierte 2012 das Solo Looser in Barcelona. Im selben Jahr wurde in Lyon Me-tisser in Zusammenarbeit mit der Cie Eolo aufgeführt. 2013 gründete er Ballet Démocratique, ein Duo mit dem kongolesischen Tänzer Fany Mabondzo. Das Tanzsolo Spirit, ebenfalls bei africologne 2017 zu Gast, wurde bereits 2014 auf dem Urban Arts Festival gezeigt.

Ahmed Tobasi ist ein Schauspieler, Regisseur und Pädagoge, der über Arbeitserfahrungen an Palästinensischen und internationalen Theatern verfügt. Er wurde im Flüchtlingslager Jenin geboren und wuchs unter der israelischen Besetzung auf bis er sich 2002, mit 16 Jahren, dem bewaffneten Widerstand anschloss. Er wurde verhaftet und verbrachte vier Jahre in einem israelischen Gefängnis. Nach seiner Freilassung entschloss er sich, weiterhin Widerstand in Form von Kultur zu leisten. Er war überzeugt davon, dass er mit dem Medium Theater für Veränderung eintreten könne. Nach zwei Jahren Ausbildung am Freedom Theatre bildete er sich am Nordic Black Theatre in Norwegen fort. Als Mitglied der professionellen Truppe nahm er an Produktionen wie Guantanamo What Now? Destination Africa, Journey to Identity und Svart Humor teil. Zu einer seiner wichtigsten Arbeiten, bei der er auch selbst Regie führte, gehört Fairoz’s Secret, das durch ganz Norwegen tourte. 2013 kehrte er zum Flüchtlingslager Jenin und zum Freedom Theatre zurück und wirkte bei einer lokalen künstlerischen Bewegung mit, die auf Kultur als Form des Widerstands setzt. Er performte bei The Siege, das durch Palästina und renommierte Theater in Großbritannien tourte und begann seine eigenen Arbeiten zu entwickeln. 

 

Konzept Ahmed Tobasi


Performance Ahmed Tobasi, Adonis Nébié Dramaturgie


Dramaturgie Hildegard De Vuyst


Technik Luc Laroy


Eine Produktion von One Space (KVS/Festival de Marseille + Exodos Ljubljana + Alcantara). Koproduktion: africologneFESTIVAL Köln. Entwickelt in Co-laBo (Ghent).