Deutschland-Premiere


FRANKREICH/REPUBLIK KONGO


In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln


18.06.2017  21:00 Uhr  TICKETS

19.06.2017  18:00 Uhr  TICKETS


Preis: VVK 16 €/11 € (erm.), AK 21 €/13 € (erm.)


Ort: Alte Feuerwache


ANTOINE M'A VENDU SON DESTIN. SONY CHEZ LES CHIENS

Theaterstück-Collage nach Texten von Sony Labou Tansi, Dieudonné Niangouna


"Mit jedem Wort möchte ich den Schmerz dieser Menschen ausdrücken, die in den Klauen jenes Jahrhunderts gefangen sind, das ihnen jegliche Hoffnung geraubt hat und die mit der Zukunft in panischer Beziehung leben."

Dieser Gedanke von Sony Labou Tansi aus dem Vorwort zu Antoine hat mir sein Schicksal verkauft stachelte den Theaterkünstler Dieudonné Niangouna dazu an, seinen Zuschauern den Durst zu vermitteln, der die Hoffnung erschafft. Eine Hoffnung, die durch einen mutigen Sprung ins Leere mit zusammengebissenen Zähnen neu erfunden wird. "Dieser Sprung ins Leere bedeutet für mich die ultimative Möglichkeit, die Fiktion durch das Erlebte, die Fabel durch die Realität, das Theater durch die Erfahrung zu hinterfragen" Niangouna

Die folgenden Texte hat Niangouna zu einem dramatischen Dreieck zusammengefügt: Antoine bei den Hunden gibt dem Protagonisten mit seinen phänomenalen Höhen und Tiefen postmortem eine Antwort; Antoine hat mir sein Schicksal verkauft bildet mit seiner ganzen politischen Wucht das Herz-Stück des Projektes; Sony bei den Hunden schließlich untersucht die Rolle des Schriftstellers. Der erste Text richtet sich unmittelbar an Antoine, die beiden anderen sind miteinander verwoben und stellen eine Art Dialog zwischen dem vor über 20 Jahren verstorbenen Autor und seinem Werk dar.

Die Textcollage überführt die Geschichte in die Gegenwart, in ein Theater, welches das Handeln ins Zentrum rückt. - „Die Hoffnung in uns vermischt sich mit dem Willen, mit zusammengebissenen Zähnen das Beste im Menschen heraus zu finden und diesen Teil hartnäckig gegen die Arroganz und die Barbarei zu verteidigen. Es ist die Zeit gekommen, einen anderen Blick einzunehmen, andere Träume zu haben.“ - Mit diesem Zitat von Sony Labou Tansi erlaubt sich Niangouna einem System zu widersprechen, das lange den Fatalismus geschürt hat.

Niangouna gehört derzeit zu den produktivsten und gefeiertsten Theatermachern des frankophonen Afri-kas. 2015 war er Artiste associé beim Theaterfestival in Avignon. Aus politischen Gründen ist ihm zurzeit die Einreise in sein Heimatland verwehrt.


Inszenierung Dieudonné Niangouna


Künstlerische Mitarbeit Laetitia Ajanohun


Dramaturgie Hermine Yollo


Bühnenbild  Jean-Christophe Lanquetin


Sound Pierre-Jean Rigal dit Pidj


Licht Laurent Vergnaud


Kostüme Alvie Bitémo


Technische Leitung Nicolas Barrot


Bühnenbild-Assistenz Papythio Ma-toudidi


Mit Diariétou Keita, Dieudonné Niangouna


Eine Produktion von Cie Les Bruits de la Rue (Künstlerische Leitung: Dieudonné Niangouna). Koproduktion: Mousonturm Frankfurt, Théâtre de Vidy – Lausanne, Bonlieu - Scène Nationale d'Annecy,- Théâtre National de La Colline Paris.
Die Compagnie Les Bruits de la Rue wird gefördert durch das Ministère de la Culture et de la Communication – DRAC Île-de-France.

 

 

Pressestimmen

„Es handelt sich bei allen drei Texten um den gleichen Schrei: den Schrei eines Afrikas in Aufruhr, wütend gegen Kriege, Diktaturen, Korruption (...), die den Kontinent ausbluten lassen, heute wie vor zwanzig Jahren. Musik, Tanz, Maskenspiele prägen dieses sprachgewaltige und lautstarke Spektakel.“ Didier Méreuze in LA CROIX, 4.3.2017